Dienstag, 23. Juli 2019
La Vélodyssée
Wir haben den Eurovelo 4 bei Morlaix verlassen! Seit zwei Tagen folgen wir nun dem EV 1, genaugenommen sind wir grade am Nantes- Brest Kanal. Mo kann alles selbst radeln, Höhenmeter sind kein Thema und autofrei ist auch alles.


Am Kanal

Die letzten Tage am Meer waren toll! Wahnsinnig schöne Strände, klares helles Wasser, bunte Blumen gute Zeltplätze. Und einige Höhenmeter. Am letzten Tag kam dann die bisher hübscheste Etappe der Reise, leere Küstenstraße vom Feinsten, aber auch die Härteste! Auf 30 km kamen 500 hm, und kein Berg war höher als 100m...


Mittagspause am Strand


Letzter Blick auf den Ärmelkanal


Der inländische Teil der Bretagne hat viele Radler, und da Ferien sind auch viele Familien. Und womit wir gar nicht so gerechnet haben: gestern und heute zelten wir am See! Das kommt uns bei den Temperaturen ganz gelegen!


Kanal bei Bon Repos

Nantes ist erreicht! Eine Woche sind wir am Kanal geradelt, autofrei, steigungsfrei, immer geradeaus. Mo steigert seine Fahrleistung enorm und radelt ganze Tage selbst, wenn man nur genug Geschichten erzählt... Wir passieren fast 200 Schleusen in alle Richtungen. Der Kanal ist gesäumt von Bäumen, die uns angenehm mit Schatten versorgen. Witzigerweise sind die immer in Gruppen gepflanzt, so dass man sich wie auf einem Naturlehrpfad vorkommt. Eichen, Buchen, Pappeln, Kiefern, Birken, Erlen, jede Sorte bekommt ihren eigenen Abschnitt.

Die Landschaft und die Häuser haben sich verändert. Die üppigen Gärten sind verschwunden, mehr Palmen, mehr Kiefern sind dazugekommen. Die Felder sind inzwischen geerntet, die Ballen zur Freude unserer Jungs in den letzten Tage abgeholt, das Gras wird immer brauner.

Und jetzt sind wir also in Nantes! Was für eine freundliche Stadt! Endlich mal wieder mit guten Eis! Heute haben wir uns die "Maschinen" angeschaut! Beeindruckend! Und da wir dort den ganzen Tag verbracht haben, bleiben wir noch!




Der Elefant von Nantes


Kinderprogramm

Drei Tage haben wir hier verbracht! Wir sind begeistert von Nantes! Die Stadt ist extrem radfahrfreundlich, sehr grün, nicht laut und sehr sehenswert! Ausserdem gab's das beste Eis der Reise!
Die Stadt ist voller Kunstwerke, überall, einfach im Vorbeigehen. Wer es auf der Durchreise mal einbauen kann, fahrt nicht nur vorbei! Wir finden, es ist sogar eine Reise wert!


Kathedrale


Das Chateau


Dieses Vehikel fährt von selbst je größer der Kürbis wird. Vielleicht die Lösung für eisliebende Radreisende ....

2000km!
Nantes haben wir nach Westen verlassen und sind nach etwas mehr als einem Tag am Ozean angekommen . Die Atlantikküste mag nicht das Mittelmeer sein, aber voll ist es im August leider auch!
Mit der Loire haben wir gefühlt Nordfrankreich verlassen. Die Häuser sind weiss oder hell verputzt, haben meist Mauern drum herum und sind viel nüchterner. Die Vegetation hat sich ebenfalls geändert, Oleander, Feigen, Steineichen, statt Hortensien.
Immer wieder radeln wir durch den typischen Kiefernwald, der so wunderbar nach Urlaub am Meer duftet.
Der Radweg ist durchgehend beschildert, eine Karten braucht man nicht, leider deutlich mehr an Straßen als ich erhofft hatte. Und es gibt viele Ortsdurchfahrten und die nerven total. Die Gehwege sind dort für Radler und Fußgänger oft einer für beide Richtungen. Die sind dann voll mit Familien, radelnden Kindern, Joggern.... senkt dem Schnitt leider gewaltig und strapaziert die Nerven. So dass selbst ich mir wünsche, es gäbe keinen Radweg und man müsste Strasse fahren. Und wenn ich das schon denke .....

Fernradler gibt es reichlich, und die letzte Nacht haben wir bei La Rochelle auf einem Radlerplatz verbracht. Nicht mit allen Plätzen haben wir Glück, es ist Hochsaison und wir mussten auch schon mit einen sandigen Stückchen Boden eingepfercht zwischen zwei Mobilehomes vorlieb nehmen. Oder dicht an dicht mit Wohnwagenburgen und schlechter Musik bis spät in der Nacht. Dann aber für 43 Euro versteht sich. Das sind glücklicherweise aber Ausnahmen. Mit ein bisschen Planung und Hilfe von Google kommen wir gut zurecht und freuen uns auf den September!


Le Gois, eine bei Niedrigwasser passierbare Straße durchs Meer.



La Rochelle

Wir hatten tatsächlich inzwischen zwei Regenfahrten! Falsch, einen Schauer, der leider 70 Minuten dauerte, aber weil es ja nur ein Schauer war, zogen wir unsere Regenhosen nicht an... und einen Regenvormittag, den wir einfach im Zelt geblieben sind.

Wir haben bei La Rochelle die Küste verlassen, die Velodyssee war uns im Sommer einfach viel zu voll. Kleine Straßen durch Felder und Kanallandschaften bringen uns nach Süden. Im "Inland" sind auch die Zeltplätze ganz nach unserem Geschmack. Günstig, ruhig, grün und großzügig.

In Royan kommen wir gerade rechtzeitig an um auf die Fähre zu fahren, wir sitzen noch nicht an Deck, da fahren wir schon! Die ersten Kilometer danach sind unerträglich voll, zur Übernachtung biegen wir von der Küstenrennstrecke ab, radeln 10 km landeinwärts und entdecken einen tollen Zeltplatz!

Von hier radeln wir ohne Gepäck ans Meer zum spielen und plantschen. (Eis essen und Limo trinken 😉)

Wir sind fast in Pin Sec, 15 km noch. Am Wochenende treffen wir dort Freunde, ein paar Tage radeln wir jetzt noch um den See, dann ist Pause angesagt!

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