Donnerstag, 5. September 2019
Auf nach Spanien!
Wir sind mittendrin in den Pyrenäen! Erst in der Ferne als graue Wand , dann die ersten Berge klar zu erkennen, sind wir heute Abend auf der Passstraße angekommen. Bisher konnten wir dem Autoverkehr gut ausweichen, aber jetzt gibts kein Entrinnen mehr. Ich hoffe es wird nicht zu schlimm!






Familie Surber auf dem Col de Portalet


Wir sind in Spanien! 1300 hm , 30 km, ziemlich kalt war's! Der Autoverkehr hielt sich einigermaßen in Grenzen, klar eine Straßensperrung wäre ganz nett gewesen, aber unrealistisch... leider.


Unser letzter Pyrenäenpass ist gefahren!
Also der Reihe nach! Ich habe mir wirklich lange gedanken gemacht, welche Route für uns die gewünschte Autoverkehrsmenge (gegen null) aufweist, bei vergleichsweise fahrbaren Pisten und nicht zu großem Umweg auf dem Weg nach Süden und dazu noch Campingplätze bietet, die auch noch auf sein müssen, ach ja, Wasser sollte es auch noch geben....
Ganz einfache Aufgabe. Ich kann vorweg nehmen: es war nicht alles fahrbar.
Dafür habe ich Punkt eins gut erfüllt 😊



Letzter Pass

Da wir nach Tarragona wollen, müssen wir erst mal irgendwie weiter nach Osten kommen. Man empfiehlt mir im Radladen die N260 über Yesero und Fiscal. Ich wollte eigentlich einer MTB Route folgen, ca. 800hm auf fragwürdigen Weg....
Dann finde ich eine dritte Möglichkeit über Yebra de Basa und dann über Forstpisten nach Gillue und auf einer kleinen Straße nach Boltaña.
Klappt! Gute zwei Stunden stemmen wir die Gespanne gegen die Schwerkraft. Auf ziemlich schottrigen , steilen Pisten. (Die Gegenabstiege können wir fahren 😉)
Oben am Pass, umgeben von verlassenen Dörfchen stellen wir unser Zelt in den Wald. Leider sind wir grade am Abendessen, als wir die Kuhglocken hören....



Die Kinder schlafen schon friedlich, als Jens und ich doch nochmal aufstehen, der Kuhherde fest in die reflektierenden Augen schauen und sie mithilfe einer Wäscheleine und unseren Radgespannen als Zaun darauf aufmerksam machen , welcher Bereich heute Nacht nicht zur Nahrungsaufnahme für sie geeignet ist...


Ein nicht verlassenes Pyrenäendorf.


Auf jeden Fall hat sich die Plackerei gelohnt, das kleine Sträßchen, das uns zuerst auf 1290 m bringt und dann zum Campingplatz auf 500 m in Boltaña ist leer. Genauso habe ich mir das vorgestellt!
Unser Kocher geht hier leider kaputt, Ersatz kauft Jens 7km entfernt in Ainsa. Ich will mit den Kids in der Bäckerei schauen, was die Spanier so zu bieten haben, leider macht die Bäckerei erst um 1800 Uhr wieder auf! Unglaublich! Daran haben wir uns echt noch nicht gewöhnt...

Am Rio Vero sehen wir viele Gänsegeier, spektakulär ist die Schlucht und lädt zum Wandern ein, leider stehen wir auf 750m Höhe, damit 300m über dem Bach und haben um 1700 Uhr noch gute 15 km vor uns, nicht nur bergab...
Aber hier bin ich froh, Kamera und Tele über die Pyrenäen geschleppt zu haben!


Die Geierschlucht


In Alquezar

Nach den letzten Pyrenäenhügeln zischen wir auf Feldwegen flach durch Aragoniens reiche Obstfelder. Felder, Bewässerungskanäle und Viehställe auf 100 km!
Unglaublich, der Canal Aragon a Catalunya und seine hunderte von Seitenkanälen haben dieses trockene Stück Land grün gemacht! Manchmal denke ich beim Radeln, dem Mais und Co. geht's hier besser als den meisten Menschen.... vor allem wenn bei 30 Grad und praller Sonne mal wieder meine Wasservorräte zu Ende gehen und ich das Vorbeiradeln an den Maisfeldern mit ihren verschwenderischen Wasserspritzen genieße! Kühlt leider nicht mal bis zum nächsten Feld.

Nach ziemlich genau 3000 km erreichen wir Lleida. Klar, wir hätten viel mehr km radeln können, wie unser britischer Zeltnachbar gestern, St. Malo (da waren wir im Juli) Gibraltar in 24 Tagen... aber dann bliebe keine Zeit für Feldwege, Geierschluchten und Gespräche in der sonntäglichen Dorfbar über das Gehalt von Krankenpflegern in Deutschland und Spanien, überhaupt das Arbeiten in unseren Ländern, die Ungeheuerlichkeit, was in Deutschland ein Kaffee in einer Bar kostet, ...,
dazu die Spielplätze und die Eisdielen auf dem Weg.



Am Kanal

Um Lleida wollten wir eigentlich herumfahren, um uns von Campingplatz zu Campingplatz zu hangeln, was bei unserer Kilometerleistung von max. 60 am Tag in Spanien leider nicht so leicht ist, haben uns dann aber doch für eine Hotelnacht in der Stadt entschieden! Schön hier , und die leeren Straßen bringen uns direkt in die Stadt!



Lleida




Wir sind da!
Nach gut 3000 km sind wir in der Nähe von Tarragona angekommen.
Spanien hat mich sehr positiv überrascht mit seinen Feldwegen. Wir sind nahezu autofrei nach Lleida geradelt und auch ebenso angenehm weiter nach Poblet. Eine Nacht in der Herberge am Kloster, und den letzten Tag über Wanderwege, Waldwege, kleine Straßen ans Meer!
Moritz ist noch einmal großartig selbst geradelt.
Den Sprung ins Mittelmeer hab ich mir etwas entspannter vorgestellt. Die Kids hatten andere Vorstellungen und alle hatten Hunger...
Ruhig ist das Meer und klitzeklein die Bucht nach den riesigen Stränden an dem gewaltigen Ozean. Aber schön für die Kiddies, die am nächsten Tag kaum aus dem Wasser rauszukriegen sind. Und ich kann endlich mal wieder schwimmen!

Wir hatten fast keinen Regen. Niemand war nennenswert krank, nichts ging ksputt und wir haben die Route durch die Pyrenäen entschärft, so kommt es dass wir gute zwei Wochen zu früh hier sind.
Meine Familie meint aber, wir sind genug geradelt.

Es gibt aber schon eine neue Idee, wie wir die Zeit noch gut nutzen können! Wir werden berichten 😉!


Mo in Spanien




Dank meiner Routenwahl kommen wir durch nette kleine Dörfer. Das hier ist der Bäckereiplatz von Pira



Jetzt ohne Räder, fahren wir zurück in die Pyrenäen. Nach Espot, dort waren Jens und ich vor 6 Jahren schon mal und für unser Vorhaben gibt es nichts Besseres finden wir! Eine wunderschöne Straße führt uns nach Norden. Sie lädt zum Radeln ein. Das nächste Mal nehmen wir diesen Pyrenäenübergang! Schon in der Karte vermerkt!

Nach vier Stunden Autofahrt sind wir da. Auf 1300 m mit Regen. Nicht so warm. Mit unseren Flip Flops und T Shirts sind wir als Neuankömmlinge klar zu erkennen. Da wir kein nasses Zelt lagern wollen und uns die Kühle abschreckt nehmen wir das fünfte Hotel der Reise. Das Gleiche wie vor 6 Jahren.
Abends versuchen wir unsere Hütten zu buchen. Gar nicht so leicht. Eigentlich nur online buchbar, auch als ich auf den Hütten anrufe. Na gut. Online erfahre ich, dass die Hütten mindestens 24 h vorher gebucht sein müssen oder so, also doch für die erste anrufen... derweil ist die Maske für die anderen gelöscht.... nach 2 h ists geschafft! Wir haben teure Hüttenplätze ergattert. Es gibt kaum, einmal keinen Kinderrabatt in den Hütten, das macht die Sache sehr teuer für und als Familie.
Egal, wir wollen wandern, also los !

Jens trägt Till, ich unsere Sachen, Mo sein Wasser, und dann immer bergauf! Tag eins: 1100 Höhenmeter, 6 km,
Tag zwei: 6 km, viel bergauf und bergab, Tag drei: 12 km 400 hm bergauf, viele bergsb, Tag vier: 15 km, 400 hm rauf, 1100 runter. Soviel zur Statistik.

Wetter: großartig

Viel zu erzählen gibts eigentlich nicht. Mo läuft unglaublich gut. Nachmittags nach Ankommen an der Hütte klettern wir noch ein bisschen auf den Felsen rum, selbst das frühe Aufstehen (Frühstück ist zwischen 7 und 8) steckt er locker weg. Selbst beim fürchterlich langen Abstieg gibts kein Gemecker.









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Dienstag, 23. Juli 2019
La Vélodyssée
Wir haben den Eurovelo 4 bei Morlaix verlassen! Seit zwei Tagen folgen wir nun dem EV 1, genaugenommen sind wir grade am Nantes- Brest Kanal. Mo kann alles selbst radeln, Höhenmeter sind kein Thema und autofrei ist auch alles.


Am Kanal

Die letzten Tage am Meer waren toll! Wahnsinnig schöne Strände, klares helles Wasser, bunte Blumen gute Zeltplätze. Und einige Höhenmeter. Am letzten Tag kam dann die bisher hübscheste Etappe der Reise, leere Küstenstraße vom Feinsten, aber auch die Härteste! Auf 30 km kamen 500 hm, und kein Berg war höher als 100m...


Mittagspause am Strand


Letzter Blick auf den Ärmelkanal


Der inländische Teil der Bretagne hat viele Radler, und da Ferien sind auch viele Familien. Und womit wir gar nicht so gerechnet haben: gestern und heute zelten wir am See! Das kommt uns bei den Temperaturen ganz gelegen!


Kanal bei Bon Repos

Nantes ist erreicht! Eine Woche sind wir am Kanal geradelt, autofrei, steigungsfrei, immer geradeaus. Mo steigert seine Fahrleistung enorm und radelt ganze Tage selbst, wenn man nur genug Geschichten erzählt... Wir passieren fast 200 Schleusen in alle Richtungen. Der Kanal ist gesäumt von Bäumen, die uns angenehm mit Schatten versorgen. Witzigerweise sind die immer in Gruppen gepflanzt, so dass man sich wie auf einem Naturlehrpfad vorkommt. Eichen, Buchen, Pappeln, Kiefern, Birken, Erlen, jede Sorte bekommt ihren eigenen Abschnitt.

Die Landschaft und die Häuser haben sich verändert. Die üppigen Gärten sind verschwunden, mehr Palmen, mehr Kiefern sind dazugekommen. Die Felder sind inzwischen geerntet, die Ballen zur Freude unserer Jungs in den letzten Tage abgeholt, das Gras wird immer brauner.

Und jetzt sind wir also in Nantes! Was für eine freundliche Stadt! Endlich mal wieder mit guten Eis! Heute haben wir uns die "Maschinen" angeschaut! Beeindruckend! Und da wir dort den ganzen Tag verbracht haben, bleiben wir noch!




Der Elefant von Nantes


Kinderprogramm

Drei Tage haben wir hier verbracht! Wir sind begeistert von Nantes! Die Stadt ist extrem radfahrfreundlich, sehr grün, nicht laut und sehr sehenswert! Ausserdem gab's das beste Eis der Reise!
Die Stadt ist voller Kunstwerke, überall, einfach im Vorbeigehen. Wer es auf der Durchreise mal einbauen kann, fahrt nicht nur vorbei! Wir finden, es ist sogar eine Reise wert!


Kathedrale


Das Chateau


Dieses Vehikel fährt von selbst je größer der Kürbis wird. Vielleicht die Lösung für eisliebende Radreisende ....

2000km!
Nantes haben wir nach Westen verlassen und sind nach etwas mehr als einem Tag am Ozean angekommen . Die Atlantikküste mag nicht das Mittelmeer sein, aber voll ist es im August leider auch!
Mit der Loire haben wir gefühlt Nordfrankreich verlassen. Die Häuser sind weiss oder hell verputzt, haben meist Mauern drum herum und sind viel nüchterner. Die Vegetation hat sich ebenfalls geändert, Oleander, Feigen, Steineichen, statt Hortensien.
Immer wieder radeln wir durch den typischen Kiefernwald, der so wunderbar nach Urlaub am Meer duftet.
Der Radweg ist durchgehend beschildert, eine Karten braucht man nicht, leider deutlich mehr an Straßen als ich erhofft hatte. Und es gibt viele Ortsdurchfahrten und die nerven total. Die Gehwege sind dort für Radler und Fußgänger oft einer für beide Richtungen. Die sind dann voll mit Familien, radelnden Kindern, Joggern.... senkt dem Schnitt leider gewaltig und strapaziert die Nerven. So dass selbst ich mir wünsche, es gäbe keinen Radweg und man müsste Strasse fahren. Und wenn ich das schon denke .....

Fernradler gibt es reichlich, und die letzte Nacht haben wir bei La Rochelle auf einem Radlerplatz verbracht. Nicht mit allen Plätzen haben wir Glück, es ist Hochsaison und wir mussten auch schon mit einen sandigen Stückchen Boden eingepfercht zwischen zwei Mobilehomes vorlieb nehmen. Oder dicht an dicht mit Wohnwagenburgen und schlechter Musik bis spät in der Nacht. Dann aber für 43 Euro versteht sich. Das sind glücklicherweise aber Ausnahmen. Mit ein bisschen Planung und Hilfe von Google kommen wir gut zurecht und freuen uns auf den September!


Le Gois, eine bei Niedrigwasser passierbare Straße durchs Meer.



La Rochelle

Wir hatten tatsächlich inzwischen zwei Regenfahrten! Falsch, einen Schauer, der leider 70 Minuten dauerte, aber weil es ja nur ein Schauer war, zogen wir unsere Regenhosen nicht an... und einen Regenvormittag, den wir einfach im Zelt geblieben sind.

Wir haben bei La Rochelle die Küste verlassen, die Velodyssee war uns im Sommer einfach viel zu voll. Kleine Straßen durch Felder und Kanallandschaften bringen uns nach Süden. Im "Inland" sind auch die Zeltplätze ganz nach unserem Geschmack. Günstig, ruhig, grün und großzügig.

In Royan kommen wir gerade rechtzeitig an um auf die Fähre zu fahren, wir sitzen noch nicht an Deck, da fahren wir schon! Die ersten Kilometer danach sind unerträglich voll, zur Übernachtung biegen wir von der Küstenrennstrecke ab, radeln 10 km landeinwärts und entdecken einen tollen Zeltplatz!

Von hier radeln wir ohne Gepäck ans Meer zum spielen und plantschen. (Eis essen und Limo trinken 😉)

Wir sind fast in Pin Sec, 15 km noch. Am Wochenende treffen wir dort Freunde, ein paar Tage radeln wir jetzt noch um den See, dann ist Pause angesagt!



Auf der Ostseite des Sees finden wir wieder einen tollen Campingplatz! Mit deutschen Kindern! Till ist begeistert, freundet sich an und tauscht immer wieder mit einen Dreijährigen Laufrad gegen Fahrrad und dreht seine ersten Radrunden! Wir sind mächtig stolz ! Schwimmen, planschen, radeln, nach 4 Tagen packen wir zusammen und radeln die 25km nach Pin Sec. Unsere Freunde erwarten uns schon, sind kurz vor uns angekommen. Die Jungs sehen wir erst zum Schlafengehen wieder! Eine gute Woche machen wir Strandurlaub, die Kinder spielen spielen spielen.... der letzte Abend wird nochmal richtig lang. Dann packen wir unsere Sachen neu zusammen, Spielsachen, Zweit - T-Shirts, Gummistiefel, Schwimmhilfen und was wir sonst irgendwie für verzichtbar halten bleibt da und wird von unseren Freunden mit heimgenommen, trotzdem sind wir immer noch vollbepackt. In ungefähr zwei Wochen wird sich zeigen ob wir für die Pyrenäen gewappnet sind!

Nach einem Tag stranden wir in Le Porge, Mo hat Fieber, wir ruhen uns aus vom Ausruhen... hoffentlich geht es bald weiter!


Buddeln


Spielen

Man merkt inzwischen deutlich, dass es Ende August ist, selbst an der Küste sind die Campingplätze deutlich leerer, auch der Radweg ist nicht mehr so fürchterlich voll wie vor zwei Wochen! Wir freuen uns wieder auf gemütlicheres radeln


Dune de Pyla




Wir sind da. An unserem persönlichen Ende der Velodyssee angekommen. Ziemlich unspektakulär, denn natürlich geht der Atlantik noch weiter, die Radroute noch weiter. Aber wir biegen morgen ab. Nach 2500 km am Ärmelkanal und am Atlantik verlassen wir das Meer nun endgültig gen Osten, und wenn alles klappt, stehen wir in einem Monat am Mittelmeer!

Es ist der 1. September. Über volle Campingplätze müssen wir uns keine Gedanken machen, die Nebensaison hat schlagartig begonnen! Der Lebensmittelladen hier in St. Giron hat nicht mal mehr Wasser da, denn er macht Samstag zu. Auf den Zeltplätzen die Bars öffnen nicht mal mehr. Die letzten Baden Württemberger und Bayern halten die Stellung...





Geparkt- wir sind da!

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Donnerstag, 13. Juni 2019
Beginn der Reise
Gestern ging's los. Zwei Vollsperrungen und Stau um Brüssel ließen uns aber nur streitfrei bis Ostende kommen. Starten wir eben hier! Auch gut! Morgen gehts aufs Rad! Ich bin gespannt...



Dienstag, ca. 17.6.
Mittlerweile sind wir in Boulogne sur Mer. Ich hatte damit geliebäugelt in 2 , max 3 Tagen hier zu sein, aber Wind, Gepäck und Topographie machten 4 draus.
Um Calais ist die bei uns inzwischen fast vergessene Flüchtlingskrise allgegenwärtig. An Zeltstädten und Essensausgaben, hunderten von Trampelpfaden im Wald ... radelten wir vorbei. Und vielen jungen Männern, die ziellos durch die Gegend laufen oder mit ihren Handys rumsitzen. Auf einem Spielplatz hat Jens einen angequatscht. Wo sie alle hinwollten? Nach England. Wie lange er schon warte? 3 Monate, andere warten 6 oder 7 Monate.
Ein paar Kilometer weiter ist die Welt wieder friedlich, Surfer und Kitesurfer teilen sich die Strände, Wanderer laufen von Kap zu Kap. Es ist Frühsommer, die Felder sind bunt. England sieht man in der Ferne und die großen Schiffe begeisten Moritz.
Unsere Route ist bisher angenehm autofrei. Das darf gern so bleiben. Nur der ein oder andere Wegweiser wäre hilfreich.... GPS und goolge sind unsere Freunde.









Die erste Gewitternacht haben wir gemeistert. Beeindruckend, so eine Gewitterfront am Meer in der Nacht. Laut, hell, beängstigend und lang.
Die Kids hatten zwei gleichaltrige Jungs zum spielen und das auch bis 22:30 Uhr ausgenutzt, und verschliefen sowohl das nächtliche Wetterspektakel als auch den morgentlichen Regen. Erst nach Mittag verlassen wir Boulogne.
Macht nichts, der Weg bis Berck ist nicht weit und flach. In Berck kann man bei Niedrigwasser Robben beobachten, wir waren wirklich begeistert! Die Fotos sind auf der Kamera, wenn ich mal Wlan habe, lad ich eins hoch!
Heute sind wir bei der Bucht von Somme, enenfalls Grand Site de France. Kurz nach der Mittagspause kommen wir an einem Vogelpark vorbei, mit 10€ pro Erwachsenem kein Schnäppchen, aber 4 km mit wirklich einigem Geflügel! Und zum Abschluss noch 20 Minuten Hallenbad vorm Schließen. Aber wenn man schon den vier Sterne Campingplatz nimmt, soll es sich ja auch lohnen ;-)


Englischer Soldatenfriedhof auf dem Weg


Blick vom Zeltplatz in Boulogne

In Mer-les-Bains beginnen die weißen Klippen. Der Ort ist sehr schön, tolle Häuser, ein Fest mit schlechter Musik, Wurst und Pommes. Jetzt gehts hügelig weiter!


Unser Doppelgespann vor dem Hafen in Treport


Moritz will Reto zeigen, auf welchen Spielplatz er heute war


Abendessen auf dem Campingplatz



Mittlerweile ist die Hitze auch bei uns angekommen. Die letzten Tage waren sehr unterschiedlich: In Etretat Kalkfelsen bestaunen (ist kein Geheimtipp, aber wirklich sehenswert). Die beiden Tage danach waren Ruhe und Spieltage in der Nähe von Etretat.
Mit gutem Rückenwind zischen wir dann nach Le Havre. Teilen uns die vielen Kilometer durch den großen Hafen zu Mos großer Freude mit viel zu viel Schwerlastverkehr und queren dann die Seine.
Und zwar über die Autobahn. Freundlicherweise hat man uns eine Spur reserviert (Baustelle), sonst wären die 70cm nicht abgegrenzte Radspur bei ordentlichem Seitenwind und 50 steilen Höhenmetern ein fragwürdiges Unterfangen gewesen. Immerhin sind Räder Mautfrei ;-)
Heute haben wir 45km Gummi gegeben um den Nachmittag im Dinomuseum zu verbringen! Jetzt noch Strand, morgen gehts weiter, so weit wir kommen...







Wir wollten 70km schaffen, aber auch hier hat uns einen Tag die Hitze erwischt. Nach 20 km brauchen wir eine Pause im Park. Wir basteln uns aus einer Plastikflasche eine Spritzpistole und haben Spass!
Nach 42 km landen wir nachmittags auf einem Campingplatz mit großer, leerer Zeltwiese, Pool und Hüpfburg.

Am nächsten Tag trennen uns nur noch wenige km und ein hübscher Pfad (nicht immer fahrbar) am Meer von Oma und Opa.
Bisher hatte ich eher ein ehrfürchtiges Gefühl an den Landungsstränden des 2. Weltkrieges vorbeizureisen, aber in Arromanches ändert sich das zu "es nervt und reicht jetzt auch". Hier wird jedes kleinste Detail wie Kirmes vermarktet. Es gibt kein Geschäft, keine Bar, keine Straße, die nicht 6.Juni im Namen hat, man kann Kriegssouvenirs kaufen (überall) die Postkarten sind alle themenbezogen, es gibt 2 D Day Museen, Panzer, Gemalte Plakate, durch die man den Kopf strecken kann um sich als Soldat zu fotographieren, ...
Der Campingplatz ist aber angenehm ruhig, gut gelegen, und als wir abends den Strand bei Niedrigwasser fast für uns alleine haben, die Tagestouristen die Stadt verlassen haben, kommen wir an und fühlen uns wohl.


Mo radelt selbst




die Robben von Berck

Inzwischen sind über 900 km erradelt. Nachdem wir Oma und Opa wieder verlassen haben, sind wir auch vom Meer abgebogen. Autofrei ging es über Isigny, Tessy und Vire durch die Normandie. Es gibt wenig Zeltplätze, die sind aber erstaunlich gut, sauber und spottbillig. Unspektakulär und gemütlich folgen wir zwei Tage der Vire, einen Fluss wie der Lahn. Ein Tandem aus England, Belle und Jay treffen wir immer wieder. Die beiden fahren auch bis Spanien, bin gespannt ob wir uns noch mal begegnen!
Mo radelt inzwischen schon 30 km selbst! Und das , muss ich stolz zugeben, fast schneller als wir mit unseren Schwertransporten mithalten können. Zumindest in der ersten Beschleunigungsphase ;-)

Bei Mt. saint Michel hat uns das Meer wieder. Abends, nach dem Touristenrummel bestaunen wir die kleine Insel. Leider hat die Abtei da nicht mehr auf, und zur großen Enttäuschung der Kinder auch kein Eisladen mehr.



Moritz radelt immer mehr selbst





Unser Strand am Zeltplatz bei st. Malo


Hier in der Nähe von St. Malo haben wir gestern Mos Geburtstag gefeiert, im Aquarium. Dorthin zu gelangen war anstrengender als gedacht, die Stadt ist deutlich größer als erwartet und unser Campingplatz 10km außerhalb. Das Aquarium an sich war alt und nicht allzu gross, die Attraktion am Ende, eine Tauchfahrt durch ein Becken aber wirklich prima! Der Große war begeistert! Heute Strand und noch eine Geburtstagsüberraschung: Ein Paket für Mo in Frankreich!
Morgen gehts weiter, noch ein paar Tage nach Westen bevor wir dann nach Süden abbiegen und das Meer erst mal wieder kurz verlassen!


Im Aquarium

Über 1200 km liegen hinter uns. Eine Woche Bretagne ist erradelt. Viel hat sich nicht geändert, es geht wellig durch das Land, wir bestaunen die verschwenderisch blühenden Gärten! Hortensien, Sommerflieder, Fuchsien, und tausende Blüten, deren Namen ich nicht kenne. Sollte ein Bienen und Schmetterlingsparasies sein. Wir sehen leider nahezu keinen einzigen! Ein trauriges Bild, Schnetterlingssträucher gänzlich ohne Besucher!
Auch unsen Mückenschutz hätten wir zu Hause lassen können, auch diese Quälgeister scheinen dem Insektensterben zum Opfer gefallen zu sein

Abends sind wir meistens am meer, das hier wirklich schön ist. Viele kleine Inseln, und eine Farbe, die man der "Nordsee" gar nicht zutraut!
Oft mit Pool, zu Freude der Kids, was mir dann den Abendspaziergang streitig macht.

Noch ungefähr zwei Tage werden wir brauchen um bis Morlaix zu kommen. Dort endet für uns dann der E4, dem wir seit Calais folgen! Ab dann folgen wir der Velodyssee, ein Radweg bis zur Spanischen Grenze! Und ich erwarte dann auch endlich wieder autofreie Radwege, die Mo alleine radeln kann, das kam in den letzten Tagen etwas zu kurz.










Blick aus dem Zelt

Bei dem Zeltplatz mussten wir einfach einen Ruhetag einlegen, aus einem wurden zwei.... wattwandern, schwimmen (warm ist anders...), buddeln, Muscheln sammeln, Eis essen, was man halt so macht. Morgen gehts weiter!



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